Wissenschaftliche Einleitung

„als künstlerisch wertvoll unter militärischem Schutz!“

 

 

Findbuch-Einleitung zu einem „fiktiven Gesamt-Bestand“

 

Ein besonders eindrückliches Zeichen für die Tätigkeit des militärischen Kunstschutzes im besetzten Frankreich sind die Warnschilder des Militärbefehlshabers in Frankreich, die unter anderem im Nachlass Franziskus Graf Wolff Metternich und dem französischen Nationalarchiv überliefert sind: „Verfügung. Dieser Raum mit seiner gesamten Ausstattung steht als künstlerisch wertvoll unter militärischem Schutz! Eintritt und Belegung verboten!“[1]

Das Teil-Zitat „künstlerisch wertvoll unter militärischem Schutz!“ steht exemplarisch für den hier behandelten Kerngegenstand: die Quellenüberlieferung zum deutschen militärischen Kunstschutz im Zweiten Weltkrieg mit Fokus Frankreich und Wolff Metternich.

Diese wissenschaftliche Einleitung zum archivischen Sachinventar soll  neben einer Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes den bisher vorherrschenden Quellenstand aufzeigen. Neben einer historischen Kontextualisierung des thematischen Gegenstands, dem deutschen militärischen Kunstschutz, wird die Biographie des Nachlassgebers Franziskus Graf Wolff Metternich als Akteur dieser Institution aufgezeigt.

Im Zentrum der Überlieferungsgeschichte steht folgend der Hauptquellenbestand des Kunstschutzes im Nachlass Franziskus Graf Wolff Metternich, dessen Inhalt und Struktur beschrieben werden und eine Charakterisierung der Dokumentenarten ermöglichen. Im nächsten Schritt wird die Gegenüberlieferung in anderen Archiven im In- und Ausland beschrieben und charakterisiert. Dementsprechend ergeben sich eine Einordnung der Dokumente zu den Aktenbildnern (Institutionen und Korrespondenten), sowie eine Klassifikation an Dokumentenarten. Dabei ist zwischen Akten des Kunstschutzes im NL FGWM sowie zugehörig der zeitgenössischen Gegenüberlieferung und den zeitlich später entstandenen Archivbeständen der Nachkriegszeit zu Aufarbeitung und Rezeption zu differenzieren. Ein kurzer Ausblick auf die Rezeptionsgeschichte bis zur Aktualität, insbesondere auf neue Medien und Film, leitet über auf Desiderate und aktuell laufende Forschungsprojekte.

 

(Fortsetzung folgt)